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Datum: 19. 01. 2025 um 21:57:41
Schlagworte: Tastaturen Ergodox dygmy_defy
Kategorie: Tastaturen
erstellt von Stephan Bösebeck
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ADMIN
Split Mechanical Keyboard der Extraklasse
Wie man hier ja leicht nachlesen kann, bin ich irgendwann in das RabbitHole namens "ergonomische mechanische Tastaturen" gekrochen und beschäftige mich seit dem immer wieder damit. Und das ist ein nettes Hobby, man kann sehr viel Freude daran haben und als Bonus seine Schmerzen reduzieren und die Produktivität verbessern - Win win win Situation 😉
Eine neue Tastatur - warum?
Ich bin stolzer Besitzer eines Model100 und es ist aktuell wirklich gut und auf jeden Fall besser, als das Ergodox-EZ (was auch schon gut war). Ich habe erst letztens mein "altes" Ergodox aus dem Schrank geholt, mit aktueller Firmware versorgt und mal wieder ausprobiert. Die Probleme, die ich damals mit dem Ergodox-EZ hatte, sind jetzt noch deutlicher zu spüren. Damals hab ich dann das Kinesis Freestly Edge genommen, das war aber eher ein Reinfall, die Software zu buggy, viel zu langsam und die Features sind zu stark beschränkt. Warum man von Seiten Kinesis da nicht auf eine opensource firmware wie QMK setzt, ist unverständlich. So bleibt die Tastatur als "Kuriosität" in meinem Schrank.
Mit dem Model100 bin ich einigermaßen zufrieden, aber auch hier machen sich einige Dinge bemerkbar, die mich seit einiger Zeit nach anderen Tastaturen schauen lässt:
- zu wenig Tasten - nicht viele, aber gerade im Daumenblock könnte ich die ein oder andere Taste mehr gebrauchen. Das Problem ist dann - wie beim Ergodox - dass die Mehrtasten dann nicht erreichbar sind.
- Ich hab mich am HomerowMod versucht, das war aber nichts für mich. Ich tippe ca. 90-100wpm und dabei "rolle" ich wohl von einer Taste zur anderen. Das führt zu komischen Effekten die mich total raus bringen. Dedizierte Tasten sind halt einfach besser - zumindest in der Homerow. Auch "BottomRowMod" war nicht meins, aus dem selben Grund. Wenn es auch da weniger häufig war
- Was ich nicht gedacht hätte, der "Rest" auf dem Holzgehäuse des Keyboardio ist jetzt ein wenig "shiny" - das fällt förmlich auf, wenn man drauf guckt. Holz ist halt doch ein Naturprodukt. Und leider macht es den premium Holzlook ein wenig zu Nichte leider.
- das Tilting mit dem dämlichen Okto-Stand hat mich die letzten Jahre wirklich genervt. Immer wieder hab ich an dem Teil gedreht, damit ne andere Ecke "hoch" ist. Und nie war es richtig. Durch den Octo-Stand ist das Keyboardio auch fürchterlich hoch, was dann dazu führt, dass man seinen Schreibtisch eigentlich runter fahren muss, da man Sonst Schulterprobleme bekommt. Wenn ich den Tilt aber weglasse, bekomme ich Probleme mit dem Handgelenk. Andere Tilt-Lösungen sind eher irgendwelche Tripods, die man am Tisch anbringt oder so. Katastrophe.
- Ich bastele ja wirklich gerne an der Firmware rum, aber eigentlich hätte ich gerne einen brauchbaren grafischen Editor für das Layout. Den gibt es zwar auch mit Chrysalis, aber ich glaube, der von Dygma ist besser.
In letzter Zeit hatte ich wieder mehr mit meinem Handgelenk zu kämpfen, weshalb ich versucht habe, mein Model100 zu "optimieren". Zumindest das Layout und den Tilt. Aber so richtig weiter gekommen bin ich nicht. Leider gibt es auch, wie es scheint, online wenig Keyboardio Nutzer. Das Forum ist ziemlich leer - da passiert nicht so viel.
Und wenn ich mir die Discord-Server so ansehe: Dygma hat 6000 User, Keyboardio nur etwas über 2000. Das ist immer noch wenig im Vergleich zu anderen, aber mir scheint die Dygma Community auch aktiver zu sein. Das ist nur das Tüpfelchen auf dem I - aber es lässt einen doch nachdenken.
Die Fragen muss man sich allerdings wirklich überlegen. Wenn man für so eine Tastatur dann doch mehr als 400€ ausgeben muss.
Wenn schon, dann richtig!
Also, wenn ich schon Geld für eine neue Tastatur ausgebe, welche soll es dann sein. Ich hatte so einige im Auge:
- Glove 80 - eine wirklich interessante Tastatur. Kommt mir nur zu fiddelig vor und ich habe gelesen, dass die ein wenig zu leicht ist und gerne verrutscht. Ein Manko war dann, dass die Keyswitches nicht hot-swappable sind, man ist also mit der ersten Auswahl an Switchen festgelegt. Wenn man sich dann noch anschaut, wie das Tenting gelöst ist (5 Schrauben, die man rein- bzw. rausdrehen muss und das so, dass das ganze dann plan ist und nicht wackelt - ziemliches gefummel), stirbt der anfangs gute Eindruck dann doch ein wenig. Das war dann für mich eher ein NoGo leider.
- Lily58 pro - ein sehr interessantes Board, leider hat mir das Ding zu wenig Tasten. Die hätte ja noch weniger, als das Keyboardio. Davon gibts auch so einige Clone oder Tastaturen, die fast gleich sind. Aber irgendwie nicht meins, konnte mich mit keinem so richtig anfreunden. Hauptsächlich, weil alle weniger Tasten haben, als mein Keyboardio jetzt.
- Kinesis 360 Ergo Pro - ein wirklich interessantes Board, sogar mit ZMK. Allerdings erwarte ich bei Preisen jenseits der 900€ in Deutschland schon sowas wie LEDs und Wireless connectivity (auch wenn mir Kabel lieber sind). Update: die Pro variante unterstützt wireless und ZMK. die Non-Pro Variante hat eine eigene Software und funktioniert nur kabelgebunden.
- Das Dygma Defy - Das ruft schon auch einen heftigen Preis auf (349-620€) - aber es tickt alle boxen: Mehr Tasten, vernünftiges Tenting, Grafischer Editor, basiert auf Keyboardios Kaleidoscope (was mich hoffen lässt, meinen eigenen Sketch hochladen zu können irgendwann)
Nach wirklich viel Recherche und Videos ansehen und vergleichen und in Forums lesen bin ich dann doch bei dem Dygma Defy hängen geblieben. Die Gründe oben waren sicher ausschlaggebend, was mich aber dann doch noch positiv beeinflusst hat:
- der Youtube-Channel von Dygma ist 1. witzig anzusehen und 2. hat immer wieder gute Tipps und Informationen zum Thema Ergonomie und Tastaturen etc.
- es gibt auch eine Aktive Community auf Reddit und auf Discord
- Die Offenheit mit der über die Probleme der Entwicklung und die Bugs gesprochen wird. Da wird nichts verheimlicht. der Support ist gut - soweit man hört. Wobei ich hoffe, dass ich mit dem Support selbst keinen Kontakt brauchen werde 😉
- und ich hatte Geburtstag und zu Weihnachten und Geburtstag zusammen kann man sich doch auch mal was gönnen
Dygma - der Bestellprozess
ok, als ich mich dann doch dazu hingerissen hatte, das Defy zu bestellen, wie lief das ganze ab. Durchwachsen würde ich sagen. Die Seite ist irgendwie nicht wirklich wie ein Shop aufgebaut. Man klickt auf das Defy (oder Raise, wenn man möchte) und dann auf "Buy". Was mich total irritiert hat, dass alle Preise in USD angegeben werden, keine Möglichkeit umzustellen. Und das, obwohl die Firma Dygma doch in Spanien sitzt... ich war ehrlich gesagt die ganze Zeit von USA ausgegangen, weil das da nirgendwo stand. Sehr seltsam. Selbst beim Checkout konnte ich nicht direkt in Euro zahlen, sonder musste über Dollar gehen. Das war etwas befremdlich.
Man konfiguriert sich dann sein Keyboard zusammen, welche Switches, welche Keycaps (es gab Blank keycaps - heureka!) und mit oder ohne Tenting, mit oder ohne Wireless und mit oder ohne Underglow. Wieder etwas, was mir nicht ganz verständlich ist: Underglow gibt es nur, wenn man auch die wireless Option verwendet (s.o.)
Wenn man dann also so ein Full-Speced Board nimmt kommt man auf >600€ - heftig. Aber wenn wir ehrlich sind: Das Model 100 mit Octo-Stand steuern und allem war auch nur wenig günstiger (ca. 500€). Also, es bleibt ein teures hobby.
Dann möchte man das Board in den Warenkorb legen - da wird man schon gewarnt "Please wait 30s"... hä? Was für ein komischer Shop ist das denn?
30Sek war auch geschönt. In gut der Hälfte der Fälle (hab da viel rumprobiert) wurde es gar nicht in den Warenkorb gelegt, sondern doodelte da nur so vor sich hin, mind. 5 minuten. Manchmal war es nach einem Reload im Warenkorb. Und Manchmal nicht, aber beim zweiten Besuch des Warenkorbs 15 min später dann doch....
Also, das war nervig. Und nicht wirklich vertrauenserweckend. Wenn man dann aber mal beim Bezahldienstleister angekommen ist, läuft alles reibungslos.
Lieferzeit steht da 10-15 Tage und ich hab am Selben Tag noch eine UPS-Versandbestätigung bekommen. Das nenn ich mal understatement! Aber zum Glück hat UPS das im "Griff" - wurde jetzt mehrmals angekündigt und dann wieder verzögert. Nach einer Woche hin und her ist das Paket immer noch nicht da. Aber es kam dann doch irgendwann.
Der Star der Show
Ich werde jetzt nicht das Unboxing beschreiben oder über die gute Qualität des Boards berichten. Denn dafür gibt es 100e Videos im Netz, wo man sich das ansehen kann. Ich möchte doch mal ein paar Worte darüber verlieren, wie sich das jetzt anfühlt.
- Der Umstieg vom Keyboardio fällt erstaunlich leicht. Gerade bei dem Daumencluster hatte ich meine Bedenken. Aber das ist super. Ich benutze wirklich alle acht Daumentasten. So konnte ich zum Glück meine Leertaste/Enter und Backspace/Delete an die selbe Position legen, wie beim Keyboardio. Da musste ich mich überhaupt nicht umgewöhnen.
- Der Wegfall von den Palm-Keys ist einerseits etwas schade, andererseits merke ich, dass die Hände ein wenig entspannter auf der Tastatur liegen.
- Dadurch, dass die Palm-Rests magnetisch am keyboard festgehalten werden, ist das auch ein sehr nettes angenehmes Gefühl - und ich kann wieder Uhren mit Metallarmbändern tragen 😉 - und das fühlt sich im Gegensatz zum Model100 wirklich gut an. Auf dem "harten" Holz war das mit der Uhr immer etwas kratzig - jetzt auf dem Polster ist es recht angenehm und nicht störend.
- Ich hätte nicht gedacht, das sagen zu müssen. Aber ich betrachte die Bluetooth-Funktion wirklich als großen Vorteil. Ein Kabel weniger am Desk. Und: man kann bis zu 5 Geräte verbinden, und das mit einer sinnvollen Oberfläche. Es geht wirklich einfach zwischen den Geräten umzuschalten. (man kann sich eine Taste für diese Funktion belegen, dann kann man mit den Tasten 1-5 zwischen den verschiedenen Geräten umschalten - super simpel!)
- Bazecor hat mich jedoch ein wenig enttäuscht. Die Anbindung des Keyboards über Bluetooth lässt zu Wünschen übrig. Zugegebenermaßen wird man gewarnt, dass das noch "Beta" ist. Einige Funktionen gehen nicht über Bluetooth (das Ändern der LEDs). Alles andere funktioniert jedoch ganz gut. Das Zurückspielen von Backups ist ein wenig ein Gefummel. Da ich ja hier in der Sonder Situation bin, dass ich 2 Defys habe und die Layouts synchron halten möchte, musste ich auf dem 2. Board das Backup zurück spielen. Das ist ein wenig nervig zu finden, da die Backups in Verzeichnissen mit (vermutlich) den hex-ids der boards abgelegt werden. Welches welches ist, steht da so nicht - oder ich sehe es einfach nicht.
- mit dem Keyboardio hatte man doch noch eine Menge mehr LED-Effekte, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Das ist fürchterlich schade. Es hat super Spaß gemacht, mit den Effekten zu spielen. Hier würde ich mir auch wünschen, dass man effekte für die Underglow-Beleuchtung definieren könnte. Da laufen zwar mal hier und da welche ab (beim Bluetooth-Pairing z.B.) aber sonst ist das recht überschaubar. Da würde ich mir etwas mehr wünschen.
- überhaupt bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht irgendwann die doch die Firmware selbst kompilieren will und mit allen Features von Kaleidoscope bzw. meinem alten Layout auf dem Keyboardio - das wäre cool. Am besten dann noch ein LED Effekt für den Underglow und die Sache wäre super! So ist es ein wenig unterwältigend leider.
- Das Tippgefühl steht dem des Model100 in nichts nach. Ich weiß nicht genau, ich glaube es fühlt sich, mit den Switches hier, auch noch besser an, als im Keyboardio. Das ist alles "flacher" und damit flotter. Aber es fühlt sich nur flotter an - Monkeytype ist sich ziemlich sicher, dass ich nicht schneller geworden bin 😉
Ist das jetzt ok, so viel Geld für so eine Tastatur auszugeben? Für einen Keyboard Enthusiast (was ich eindeutig bin) ist das sicher ok. Für Otto-Normal-Verbraucher vermutlich eher nicht, es sei denn, er hat Probleme mit RSI oder Karpaltunnelsyndrom. Grundsätzlich ist das Tippen aber schon sehr entspannt mit dem Dygma Defy.
Was ich wirklich gut finde ist, dass die beiden Hälften sich drahtlos unterhalten und kein Kabel dazwischen nötig ist. Das macht die Nutzung doch etwas "freier"
Probleme gab es auch
Ich hatte dann den Fall, dass ich das Defy im Büro gerne mit meinem Rechner dort verbinden wollte - über Bluetooth, damit ich ein wenig weniger Kabel-Gefummel am Morgen habe. Das hat gar nicht geklappt. Irgendwann beim hin und her, anstecken, abstecken etc. Hat sich das Board irgendwie selbst gelöscht: Alle LEDs waren aus, kein Mucks über Bluetooth. Ich dachte schon, das ding wäre komplett tot.
Ich habe dann rausgefunden, dass es noch per Kabel funktioniert - aber irgendwie komisch. Das Layout auf der Rechten seite war seltsam, und nicht von mir. War alles ein wenig komisch. Über Bazecor wurde das board dann auch gefunden, ich konnte jedoch keine Änderungen vornehmen, wurde einfach nicht gemacht.
Erst als ich die Einstellung "nur custom Layouts verwenden" angeschaltet habe (die war aus, warum auch immer) ging es. Das zurückspielen eines Backups ging nicht: kam eine Große Fehlermeldung.
Jedenfalls hatte ich dann irgendwann doch Kontakt mit dem Support über Discord. Sie haben mir geholfen, und erklärt, dass der Bug eigentlich hätte behoben sein müssen. Aber ist ja beruhigend, dass sie den Bug persönlich beim Vornamen kennen, auch wenn er noch da ist😜
Dann konnte ich auch die Bluetooth Verbindung aufbauen und so weit hat das alles funktioniert.
Softwareupdates
Das Flashing von dem Defy ist relativ simpel, auch wenn man in Discord und sogar der "offiziellen" Anleitung immer wieder liest, dass es eventuell beim Flashen "hängen" bleiben kann, was aber kein Problem sei. Ich hatte das zum Glück bisher nicht, ich konnte sogar die die aktuellste Version 2.0Beta9 installieren, was komischerweise manuell runtergeladen werden muss, obwohl dort die letzte verfügbare (bzw. alle verfügbare Versionen) auch eine Beta ist. (1.2.7Beta) Anyway... Es ging, angeblich wird damit die Batterielaufzeit besser.
Die nächste Beta-Version werde ich auch installieren, bisher bin ich mit der aktuellen ganz zufrieden. Allerdings gibt es schon noch eine Menge Bugs:
- Der Stromverbrauch ist zu hoch, die Batterie hält so, mit LEDs gerade mal 1-2 Tage, eher 1,5
- Es fehlen so einige Features in der Software, die ich bisher gewohnt war. Einige sind leicht zu verschmerzen (ich hatte einen LED-Effekt als "Screensaver"). Aber andere sind doch etwas schade, wie z.B. QUKeys, mit denen man Tastenkombinationen auf Funktionen mappen konnte (also ALT rechts+Alt links z.B. zum Ausfürhen eines Macros oder so).
- Gerade mit den LEDs muss noch mehr gemacht werden. Aktuell sind sie mehr Gimmick, können aber echt nützlich sein.
- Bazecor ist auch nicht Fehlerfrei, wenn man das Defy via Bluetooth angebunden hat, funktioniert das ändern der LEDs so gut wie nie - alles andere funktioniert jedoch meistens
- Die ganze Verbinderei ist natürlich super kompliziert, das Board funtkioniert via Bluetooth, RF oder per Kabel. Und immer funktioniert es so leidlich / halb. Schwieriges problem und schwer zu debuggen. Aber da muss nachgebesserg werden. Ich hab das Defy hier per Kabel angebunden, weil ich einfach keinen Bock auf dauernd Laden habe etc. Und die LEDs sind dann schön hell 😉 - Aber wenn ich den Mac einschalte und das Defy mit ihm, geht das Defy in den Bluetooth-Modus - obwohl das gar nicht möglich sein sollte, da beide Seiten eigentlich "aus" geschaltet sind.
- Man sollte eigentlich laut der Dokumentation von Defy, LED-Effekte via dem Focus-Protokol hinbekommen können. Das könnte ja theoretisch gehen, klappt nur nicht, da die LED-Farbwerte nicht übernommen werden. Wenn man sowas schon aknkündigt, sollte das auch gehen.
Einige Dinge in der Software finde ich echt gut aktuell:
- Das konzept der "Superkeys". Das sind Tasten, die sich beim drücken, halten, tap+hold, 2x tap oder 2xtab+hold jeweils anders verhalten können. Das ist super prakisch. Wobei man wohl kaum alle Funktionen auf den Tasten braucht. Das wäre verwirrend. Ich habe aber den Fall, dass ich meine Modifier fast alle auf dem DaumenBlock habe - außer Shift. Wenn ich jetzt Shift-CMD drücken will, benötige ich einen recht doofen Affengriff. Jetzt kann ich mit 2Tap+Hold das alt zum shift machen, und den "Affengriff" etwas entschärfen.
Kabellos = Batterie nötig
Ja, das ist eine logische Konsequenz - wenn kein Kabel rein geht, dann auch kein Strom und das Ding muss mit nem Akku laufen. Und der sollte möglichst lange halten. Das tut er aktuell sicher nicht, mit der letzten Firmwareversion hatte ich innerhalb von 2h schon 20% Akku verbraucht. Das ist eher schade, so hält das Ding keinen Arbeitstag durch. Der Effekt kommt vermutlich insbesondere durch die LEDs, die viel Strom ziehen. Aber das ist ja einer der Vorteile, warum man das Board überhaupt gekauft hat. Wenn die LEDs dann dafür Sorgen, dass man das Keyboard nicht nutzen kann, ists doch für den A...
Ich hab heute Früh mit 85% angefangen. Jetzt, nach ca. 90 Minuten bin ich bei 70% - wenn ich das hochrechne könnte es für den Tag gerade so reichen. Mal sehen, was die neue Firmware bringt, die ich erst jetzt eingespielt habe. Ich muss zugeben, ich habe den Akku bisher noch nie unter 50% gehabt. Hab immer gleich zum Kabel gegriffen. Übermorgen soll ne neue Beta-Version der Firmware erscheinen, mal sehen, ob die besser ist.
Im Vergleich zum Model100
Das ist schwer. Was macht das Defy besser, was nicht so gut... Im direkten Vergleich mit dem Model100 und eigentlich auch dem Ergodox-EZ muss ich sagen:
- die mehr Daumentasten machen durchaus Sinn und bringen einen Mehrwert, der mir vorher gar nicht so klar gewesen wäre. Ich hätte gedacht, dass ich gerade die keys unter der handfläche (also auf der Rechten hälfte am weitesten Rechts und links gegengleich) kaum nutzen kann. Dort habe ich auch Tasten hingelegt, die ich selten Benutze (alt) aber ich überlege ernsthaft, da mehr hin zu legen, weil die wirklich gut zu erreichen sind.
- Die Bugs sind ein wenig ein Problem. Das Defy ist jetzt schon ein Jahr alt, aber die Software ist immer noch recht buggy. Ich meine, es geht so weit, aber leider nicht zu 100%. Und gerade die Advanced Features sind ein wenig ein Problem. Wobei das fast ein wenig unfair ist, denn via Chrysalis kann man so gut wie nichts der advanced Features konfigurieren.
- Dadurch, dass ich meine Firmware selbst "gepimpt" hab, kommt mir die Firmware vom Defy jetzt ein wenig "limitiert" vor. Allerdings funktioniert jetzt das Focus-Protokoll zumindest out of the box, ich hatte das beim Model100 immer vor noch zu implementieren, aber irgendwie keinen Bock. ☹️
- Das Tippgefühl ist im Vergleich zum Model100 besser - weil ich hier einen brauchbaren Tenting-Mechanismus habe. Damit kann ich wunderbar die beiden Hälften meinen Bedürfnissen anpassen - Handgelenkprobleme sind weg (aktuell zumindest).
- Die LEDs sind super. Ich find die Spielerei ja super nett, und das ist es auch wert. Aber das ganze ist sehr stark abhängig von der Software, so lange die nicht sauber geht, ist das alles etwas schwierig.
- Das Defy kommt aus Europa (Spanien), d.h. die Europäischen Normen, Regulierungen und Garantien greifen. Was sicherlich ein Vorteil ist gegenüber den Anderen (wenn man in der EU sitzt).
- Das Defy nutzt "normale" bzw. Standard Keycaps. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn man mal mit anderen Kappen experimentieren will. Allerdings muss man die Choq-LP-Tasten für den Daumenblock berücksichtigen. Das wird spannender. Aber grundsätzlich sollte es Standard-Replacements geben. Cool!
- der Preis, ganz eindeutig. Das Model100 kommt alles zusammen ca. auf 400€ - was auch ein ziemlicher Batzen ist. Aber die >600€ für das voll ausgestattete Defy ist schon eine Ansage.
- Ich hätte gedacht, das Fehlen der Palm-Keys würde mich mehr stören, aber ich empfinde das gar nicht so tragisch. Das liegt wohl auch daran, dass ich beim Nutzen der Palm-Keys meine Hand immer ein klein wenig drehen muss (logisch eigentlich). Das war aber evtl. ein Problem für Mein Handgelenk auf Dauer. Die Cursor-Keys erreiche ich jetzt auch per Daumentaste und das ist gut so. Dennoch würde ich sagen
Fazit
Das Defy fühlt sich wirklich wie ein upgrade an. Insbesondere das eingebaute und wirklich sinnvolle Tenting macht das Tippen angenehmer und wirklich entspannter. Die Tollen features und das Lichtspektakel tun ihr übriges. Das Defy fühlt sich irgendwie mehr wir ein Produkt an, als das Model100. Ich musste am Anfang ja meine eigene Firmware mit Arduino schreiben. Was mir ja nix ausmacht. Aber so einen Konfigurator zu haben und "on the fly" die Mapping ändern zu können hat wirklich was. Man spart sich das Flashen schon. Das müsste ich beim Model100 wohl auch einbauen. (wobei mir nicht wirklich klar ist, wie das gehen soll).
Ist der Preis gerechtfertigt? Das muss wirklich jeder für sich beantworten. Ich kann aktuell nur sagen, es fühlt sich gut an.
Was würde ich empfehlen? Da die Palm-Keys nicht für jeden so gut funktionieren, wie für mich, würde ich auf jeden Fall das Defy empfehlen. Es ist vor allem nicht "sooo" weit entfernt von einem Normalen Keyboard, dass die Umstellung darauf wohl noch ganz gut zu schaffen ist. Die Umstellung auf das Model01 damals war schon etwas länger.
Bugs und Probleme ja, das ist leider auch so ein Ding. Das Defy Keyboard gibt es jetzt seit mehr als einem Jahr und immer noch sind viele Fehler und bugs zu beklagen. Die Enwickler arbeiten dran, aber es ist dennoch etwas hakeliger. Diese Probleme kannte ich mit dem Model100 nicht.
Die Fehler drehen sich Hauptsächlich um die Verbindungen. Das Keyboard muss ja erkennen, wann welche Verbindung genutzt werden soll: Kabelgebunden, Kabellos mit RF oder Bluetooth.
Das ist komplexer, als gedacht. Funktioniert mit der aktuellen BETA-Firmware einigermaßen, aber auch nicht 100%.
Dann gibt es immer wieder Probleme mit dem Board selbst - ich hatte heute erst eine Art ungewollten factory reset direkt nach dem einschalten. Zum Glück hab ich ja noch mein Model100 um das ganze bootstrappen zu können 😉
Auch das Focus-Protokoll funktioniert nicht zu 100% - so soll man laut Doku zwar die Farben der LEDs per Focus-Protokoll ändern können, denn so sollen irgendwelche Animationen ans Keyboard gehen (keine Ahnung, ob das flott genug ist - wird sich aber zeigen), aber das funktioniert gar nicht. Also da muss dringend nachgebessert werden.
Ich bin gespannt, ob ich irgendwann meine eigene Firmware drauf spielen kann - könnte sein, dass ich mir das mal genauer ansehen werde. Spannend bleibt es aber.
Ich musste jetzt, wegen einem bug beim Startup des Defy, mal wieder mein Keyboardio Model100 anschließen. Es fühlt sich immer noch gut an, auch wenn das Defy etwas angehnehmer zu tippen ist, insbesondere wegen dem Tenting. Aber ich kann auch das Model100 nur jedem empfehlen.