Mail App und Google Mail

veröffentlicht am : Do, 24. 07. 2014 geändert am: Do, 24. 07. 2014

Kategorie: MacOS / OSX --> Computer

Schlagworte:


Mail.app und Google Mail

Ich arbeite tagtäglich mit Mail, ich bin beruflich natürlich darauf angewiesen. Das war bisher auch kein Problem. Ich habe mir im Laufe der Jahre mein Mailsystem auch so weit customized, dass es mir wirklich Arbeit abnimmt (Anbindung mit Omnifocus, Anbindung an DevonThink etc.). Leider hat mich in den letzten Tagen Apples eigene Mail Implementierung gehörig genervt. Und nur deswegen auf Yosemite upgraden, mit der Gefahr, dass gar nix mehr geht… auch nicht gut.

Ich habe also die letzten Abende mal damit zugebracht, mich ein wenig über Alternativen zum guten alten Apple Mail umzusehen. Der Grund war kein „schöner“ – Apple’s Mail.app versagte mir den Dienst, blieb zunächst beim Schreiben einer Mail mit Attachemnt hängen, auf dem iMac startete Mail gar nicht mehr richtig, sondern blieb beiStart hängen. Ein Rebuild der Datenbank, ein Neu-Anlegen des Accounts – nix hat was gebracht.

Der Grund für die Probleme scheint übrigens zum einen in der recht eigenwilligen Implementierung von IMAP von Google zu liegen, und der Unfähigkeit von Apple-mail damit umzugehen – meine „simplen“ – IMAp-Accounts laufen tadellos. Nach dem Starten der app muss man sie leider gleich wieder mit „Sofort Beenden“ abschießen

Tipp: Hilfe hat ein Tool namens Maverics Cache Cleaner gebracht (link) – der Yosemite Cleaner ist wohl auch schon in Arbeit. Es funktioniert auch mit der Demo-Version, aber da der Fehler immer wieder auftritt, fahre ich wohl mit der Vollversion besser.

Nachtrag: Es ist wieder aufgetreten, diesmal bei einem anderen Rechner. Natürlich hab ich sofort an dem MavericksCacheCleaner gedacht und das ganze ausgeführt – hat nur leider nix gebracht. Der Fehler bleibt bestehen. Mail friert direkt nach dem Start ein und bleibt hängen. Ich weiß auch, an welchem Account es liegt: ein Google Account verursacht die ganze Misere. Saublöde Kiste. Ich habe keine Lösung als eine alternative zu finden…

Das ganze ist jedoch nicht abhängig vom Mailserver, sondern eher vom Rechner. Denn wenn ich den Rechner wechsle, geht wieder alles. Das Google Konto deaktivieren hilft auch – aber dann bekomme ich ja die Emails nicht. Eine Neu-Installation würde evtl. Abhilfe schaffen, aber eben nur kurz oder zumindest nicht dauerhaft. Bin ein wenig ratlos…

Vielleicht hat ja einer von Euch noch einen Lösungsvorschlag parat, wie ich Mail wieder ans laufen bekomme? (Löschen und neu anlegen des Accounts bringt auch nix auf Dauer – schon geschehen).

Update: Ich habe das Problem jetzt lösen können, indem ich Total „Tabula rasa“ gemacht habe. D.h. ich habe in der Shell alle Dateien von Apple Mail gelöscht:

rm -rf ~/Library/Mail

rm -rf ~/Library/Mail Downloads

rm -rf ~/Library/Containers/com.apple.mail

rm -rf ~/Library/Application Support/Mail

rm -rf ~/Library/Caches/Mail

rm -rf ~/Library/Caches/com.apple.mail

Nachteil: das ganze führt dazu, dass man leider alle Accounts neu anlegen muss. Und ich bin mir grad nicht sicher, was passiert, wenn diese Accounts über iCloud an die anderen Macs synchronisiert werden.

Alternativen Zu Mail

Da mir momentan nichts anderes einfällt und ich auf Mail angewiesen bin, muss ich mir Wohl oder Übel Alternativen ansehen und zumindest eine Backup Lösung haben, wenn Mail mal wieder klemmt (und auf Yosemite hoffen!).

Da fällt einem die Suche echt schwer, die Alternativen sind echt dünn gesät, wenn man – so wie ich – dann doch einige Features benötigt.

Insbesondere die Apple-Script Unterstützung in Regeln (ganz allgemein die Möglichkeit Regeln anzulegen) ist für mich wichtig, da ich sonst wieder alles mögliche Manuell machen muss. Super Praktisch finde ich zum Beispiel, dass ich mit einem einfach AppleScript automatisch alle Attachments in einem Verzeichnis laden kann und diese dann automagisch in DEVONThink hinzugefügt, analysiert und indiziert werden – für späterer Bearbeitung.

Das ist auch einer der Gründe, warum HTML-Frontends ausscheiden. Die sind zwar für den Notfall mal ganz nett, aber (für mich) nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Ich möchte auch die Möglichkeit haben, mal offline an die Mails zu kommen. Das ganze mit Scripts zu automatisieren und z.B. auch mit tools wie Alfred einfacher nutzen. Da scheidet ein HTML-Mailer total aus. Mal abgesehen davon, dass der Comfort leidet.

Ich möchte ungern wieder zum manuellen Bearbeiten der Attachments kommen. Leider können das, so wie es scheint, nur echt wenige mail-Clients zufriedenstellend erledigen. Aber schauen wir uns die Kandidaten mal genauer an:

Sparrow

Das ist mal ein total getypter Email client. Allerdings hat er mich nicht vom Hocker gehauen. Sieht wirklich ganz nett aus, kann auch das, was vermutlich 99% aller User benötigen (inkl. funktionierender Support für Gmail-Accounts). Allerdings ist die Weiterentwicklung eingefroren und Sparrow gehört jetzt zu Google… ok, letzteres muss ja kein Nachteil sein, aber irgendwie hinterlässt es einen komischen Beigeschmack, wenn die Datenkrake Google auch noch meine anderen Mailaccounts in die finger bekommt 😉

Außerdem habe ich keine sinnvolle Unterstützung für Regeln oder Ähnliches gefunden. Ist vermutlich nicht für jeden wichtig, aber bei mir ein K.O Kriterium.

MailMate

Wird als einer der Leistungsfähigsten Mail-Clients bezeichnet, was er sicherlich auch ist. Sieht allerdings etwas „altbacken“ aus, nicht wirklich hübsch anzusehen. Die Bedienung ist ok, die Einstellungen auch. Regeln kann man auch hinterlegen, allerdings ist der Support dafür noch im Teststadium, nicht für productional Use. Das ganze kostet zudem auf noch 40€ und dafür fehlen mir da die Killer-Features, allerdings kann MailMate dafür ne Menge Nicht-Killer-Features anbieten:

  • 5 verschiedene Ansichten (wie die Klassische 3-Teilung)
  • Unterstützung für imap/s – naja, ist ja eigentlich standard
  • automatisches Benutzen der richtigen Signature, abhängig vom Empfänger. Ja, das ist ein klasse Feature. nur eigentlich unsinnig. Habe ich zumindest noch nie gehört. Wenn der Entwickler (ist wohl nur einer, so wie es aussieht) weiter gedacht hätte, hätte er den ACCOUNT von der Empfänger-Mail abhängig gemacht. DAS wäre ein killer-Feature. so würden automatisch alle Business-Kontakte von der Business-Adresse aus angeschrieben, alle anderen von der Privaten. Dass da noch keiner draufgekommen ist?!?!?
  • einen Haufen Statistiken, über die Anzahl der Mails, wie viele Wörter drin sind etc. Schön, aber sinnlos…
  • (Apple-)script support (experimental – und nur wenig bis gar nicht dokumentiert)
  • neue Mails mit Markdown editieren – cooles feature!

Also, für mich leider auch keine Alternative.

Airmail

Ja, mit Airmail kommen wir der Sache schon näher. Airmail ist ein echt hübscher Mailer, funktioniert gut mit Gmail zusammen, unterstützt Scripting und Regeln und hat einen eingebauten Markdown Editor für neue Mails mit Preview Funktion. Das ist echt ne geile Sache. Allerdings funktioniert dieser mailclient auch nur bedingt gut, denn so richtig stabil läuft das ding nicht. Und das, obwohl es aus dem AppStore geladen wurde. Dann ist das ganze etwas lieblos zusammengezimmert worden. An allen Ecken und enden ist irgendwas an der Oberfläche falsch übersetzt, sind Labels abgeschnitten und nicht lesbar, funktionieren Buttons nicht.

Wenn das ding nicht im App Store zum Download wäre, würde ich es für eine Beta halten. Aber die Beta gibt es auch (kann man sich hier kostenlos runterladen)… also ist die App-Store version wohl keine Beta.

Airmail unterstützt auch Regeln, und auch gerne mit AppleScripts als „Target“. Per AppleScript kann man von „außen“ emails verschicken, mit oder ohne Attachment, mails sortieren / verschieben. Alles kein Problem. Die Regeln können ein Apple-Script verwenden, das für jede einzelne Email ausgeführt wird.

Der Script-Support sollte ja eigentlich eines der highlights sein, aber dem ist leider nicht so. Denn dummerweise funktionieren die Scripts in Regeln oft einfach nicht. Oder, und das ist total dämlich, man kann sie nicht aktivieren. Da man Mails nicht einfach so „exportieren“ kann oder Ähnliches.

Die Scripts, die unter Apple-Mail noch funktioniert haben, funktionieren unter Airmail natürlich nicht mehr, und müssen angepasst werden. Leider kam mir da bisher immer die Sandbox in die Quere, ich habe es nicht geschafft, die Attachments in ein bestimmtes Verzeichnis zu speichern um sie da mit Hazel auspacken und verarbeiten zu lassen (siehe anderer Post). Aufruf: Vielleicht weiß ja einer von euch, wie man ein AppleScript dazu bewegt, das zu machen? Das wäre ultrapraktisch, denn das problem tritt sicherlich noch bei anderen auf.

So bekommt Airmail keine uneingeschränkte Empfehlung von mir, da genau die (für mich) wichtigste Funktion da nicht realisierbar ist – leider.

Unibox

Auch ein netter MailClient. Leider völlig ohne Support für irgendwelche Automatismen. Ist so also vermutlich nicht nur für mich keine alternative.

Mulberry

Den habe ich nicht so ganz verstanden. Das Ding sieht wirklich sehr altbacken aus (um nicht zu sagen hässlich). Die Arbeit damit macht (zumindest mir) keinen echten Spass. Ich habe auch nicht gefunden, wo man Regeln oder Ähnliches definieren kann. Aber vermutlich kann er das „irgendwie“. Für mich keine Alternative.

Thunderbird

Kann zwar alles, aber ist eigentlich keine Option mehr, da er nicht wirklich weiterentwickelt wird. Klar, es kam gerade mal wieder ein längst überfälliges update raus, aber so wirklich als Alternative sehe ich den nicht.

Opera Mail

Mit der „ungewohnten“ Ansicht von Opera Mail konnte ich mich nicht wirklich anfreunden, und ich war da wohl nicht der einzige. Außerdem fand ich es blöd, dass das in den Browser integriert war. Opera Mail ist ja so in der Form eh nicht mehr verfügbar und auch somit keine Alternative.

Fazit

Die einzige ernstzunehmende alternative ist eindeutig AirMail, trotz des schlechten Support und der Bugs. Allerdings werde ich lieber versuchen Apple-Mail wieder ans laufen zu bekommen. Als Backup-Lösung taugt AirMail aber auf jeden Fall. Die 1,79€ sind gut investiert.

erstellt Stephan Bösebeck (stephan)