Apple ist quasi schon pleite - Fingerabdruckscanner im iPhone!

veröffentlicht am : So, 15. 09. 2013 geändert am: So, 15. 09. 2013

Kategorie: Apple --> Computer

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Also mal ehrlich, liebe Sicherheitsexperten.

Immer wieder hört man, man kommt viel zu leicht an die privaten Daten ran, gerade beim iPhone wurde immer wieder bemängelt, dass mit einem vierstelligen Code das Telefon ja quasi ne Einladung für Diebe wäre...

Außerdem wird immer wieder gesagt, es wäre doch super, biometrische Verfahren wie Stimm- oder Gesichtserkennung für die Zugangskontrolle zu benutzen, da diese recht sicher und nur schwer zu fälschen wären. Ausserdem hätte man die ja quasi immer dabei und kann sie nicht vergessen. Jetzt wo das beides zusammengeführt wird, ist es plötzlich total doof und gefährlich?!?! Hä?

Klar, man kann es mit Churchill halten, der ja angeblich gesagt haben soll "was schert mich mein Geschwätz von gestern", aber gerade bei diesen Themen wird immer wieder die Meinung so gedreht, dass es besonders schlecht für Apple aussieht... vor ein paar Jahren war es noch so, dass das gleiche Verhalten an den Tag gelegt wurde, wenn es um Linux ging.

Immer wieder wurde der Untergang von Linux prognostiziert, Linux hat keine Zukunft, ist ja total unsicher und instabil und Windows ist ja so viel besser... gut, die Linuxianer haben in eben gleicher Weise immer wieder den Untergang von Microsoft und Windows prognostiziert.

Nun haben beide Gruppen wohl endlich ein gemeinsames Feindbild gefunden: Apple!

OSX ist ja quasi ne Mischung aus Linux und Windows - schöne Oberfläche, wenig Gebastel, Unix Kern und ne Shell mit der man was anfangen kann. Da findet jeder was, was er hassen kann. Und iOS ist ja quasi OSX auf dem Telefon. Und dazu kommt ja noch immer der viel gerühmte "Goldene Käfig", der zwar so gut wie alle Viren und Malware im Allgemeinen draußen lässt, aber einen eben auch nicht unbedingt raus lässt.

Ich versuche mir immer die Dinge etwas offener anzusehen und versuche auch die Vorteile aller Systeme zu nutzen. Und sowohl Windows als auch Linux haben in meiner Welt eine Daseinsberechtigung, da sie beide bestimmte Use-Cases und bestimmte Usergruppen bedienen. Auch, wenn ich manchmal Witze über das eine oder andere Thema reiße. Nutze das System, was deine täglichen Aufgaben am besten löst - unabhängig vom Hersteller oder Betriebssystem.

Gleiches gilt doch für Android Telefone, IOS und Windows Phone. Jeder soll das nehmen, mit dem er glücklich ist. Warum wird aus der Wahl des Betriebssystems (sei es am Desktop oder am Telefon) plötzlich so eine Art Religionskrieg?! "Alle die anders denken als ich sind blöd und gehören eingesperrt". Liebe "Fachjournalisten", ihr solltet eure Posts von Zeit zu Zeit echt mal lesen!

Am schlimmsten ist die Meinungsmache vieler Medien. Es gibt leider nur echt wenige, die nur informieren, damit sich die Leser eine eigene Meinung bilden können. Nein, es wird nahezu immer eine eigene Meinung vorgekaut vorgestellt. Klar, das sind Menschen, die das schreiben. Aber Titel wie "War's das Apple?" oder "Apple dem Untergang geweiht" und vor allem aussagen wie "mit Steve Jobs hätte es das nicht gegeben" ist schon schlimmer als Bild-Niveau und hat bei renommierten Seiten bzw. Zeitschriften eigentlich nix verloren. Oft werden solche Reißerischen Themen dann als "Editorial" oder "Opinion" / "Meinung" gekennzeichnet. In Ermangelung von einem anderen Artikel zu dem Thema ist das dann aber schon eher irreführend. Leider gibt es das natürlich auch genauso in anderer Richtung, wo Apple einfach immer alles richtig macht und alle anderen ja nur abupfern etc. Es ist teilweise genauso haarsträubend, was diese sog. "Fachjournalisten" von sich geben. Obwohl ich zugeben muss, dass das eher selten der fall ist und meistens von Magazinen oder Seiten die explizit Pro-Apple sind. Da kann man vom Titel schon Ahnen, welche Meinung, hier vertreten wird. Aber die haben weit weniger Leser als z.B. Heise oder Spiegel Online oder Focus. Und auch bei diesen renommierten Magazinen bzw. deren online Pendants kann man zuweilen solche Machwerke lesen - zumeist stark Anti-Apple gefärbt.

Mit den neuen iPhones ist es genau das gleiche. Da wird schon von Untergang des Apple Konzerns gesprochen, Apple hat quasi ja den Wettstreit im iPhone Markt verloren etc. Die neuen iPhones enttäuschen auf voller Linie und der Fingerabdrucksensor im Telefon geht ja schon mal gar nicht im Zuge von NSA und Co.

Manchmal glaube ich, dass diese sog. "Journalisten" und "Fachleute" diese Meinung vertreten, weil sie von Samsung oder Google bezahlt werden (wenn man sich das Werbebudget von denen im Vergleich zu dem von Apple mal ansieht, könnte das sogar so gesehen werden). Glaubt ihr eigentlich ernsthaft, dass auch nur ein Nicht-Tekkie sich ein anderes Telefon kauft, weil ihr den Untergang der zugehörigen Firma prophezeit?

Und wenn es nicht mit irgendwelchen "fehlenden" Features geht, wie z.B. NFC (hab ich noch nie vermisst, ihr etwa?), irgendwas von Apple als desaströsen Fehlschlag darzustellen, dann kommt immer das killerargument "zu teuer". Wie jetzt auch beim IPhone 5c. Und seltsamerweise kaufen die Leute es doch, es ist ihnen wohl nicht zu teuer, zumindest denen nicht, die in der Zielgruppe von Apple liegen. Und wer es nicht haben will, der soll es nicht kaufen. Ganz einfach, so funktioniert Marktwirtschaft. Komischerweise ignorieren das unsere Fachleute die letzten Jahre. Und zu erwarten, dass ein Unternehmen, egal welches, seine Produkte nicht zum optimalen Preis verkauft, der glaubt auch noch an den Osterhasen. Jedes Unternehmen macht das, sei es Microsoft, Samsung, Apple oder SuSe. Unsere Fachjournalisten Glauben aber, sie könnten sich die Sache so hindrehen, wie sie das gerne hätten und durch mantra ähnlichem wiederholen der "viel zu teuer" Argumente die Welt dazu bewegen, keine iPhones mehr zu kaufen oder Apple dazu zu bewegen, den Preis zu senken,

Bei mir ist der Begriff "Fachmann" schon fast zu einem Schimpfwort aversiert, jeder der sich als solcher in meiner Gegenwart ausgegeben hat, hat fast immer nur Schwachfug verzapft!

Genauso ist's mal wieder mit den Security-Fachleuten... es wird schon seit langem bemängelt, dass die Passwörter bei Smartphones viel zu schwach sind um echten Schutz zu gewährleisten und viele tragen in ihren Smartphones sehr sensible Daten mit sich rum. Eigentlich ist da der Fingerabdruck-Sensor im 5s doch ne gute Sache.

Aber schon werden Stimmen laut, dass das ja total gefährlich wäre, und auf gar keinen Fall gemacht werden soll, da die Fingerabdruckdaten ja ausgelesen werden könnten. Anstelle sich mal mit der Technik dahinter zu beschäftigen, wird sie gleich verteufelt... wäre das wohl genauso, wenn Google oder Nexus so einen Fingerabdruckscanner vorgestellt hätten? Zunächst mal sollte man davon ausgehen, dass sich Apple gerade im Zuge vom NSA-Skandal genauere Gedanken zu dem Thema gemacht hat. Ausserdem sollte man die Aussage, dass die Fingerabdruckdaten nur verschlüsselt und nur für den Fingerabdruckscanner zugreifbar gespeichert werden zunächst mal so annehmen und ggf bei den bald verfügbaren Geräten überprüfen. Laut Apple werden die Daten das iPhone nicht verlassen. Falls dem doch so sein sollte, wird das sicherlich schnell raus kommen, denn gerade da werden viele Sicherheisexperten ihr Auge drauf richten. Und wenn da eben rauskommen sollte, dass Apple entgegen der Aussage die Daten doch raus gibt oder speichert, würde das sehr stark an der Glaubwürdigkeit des Konzerns Kratzen. Das kann sich wohl niemand leisten...

Ich meine, bei der Vorstellung des Samsung Galaxy S4 gab es auch nur ein wenig Produktpflege, keine großen Neuerungen, abgesehen von ein paar Softwarefeatures, die zumindest zeitweilig nicht richtig klappen und eigentlich die ganze Zeit keiner braucht. Aber da hat keiner den Untergang von Samsung prophezeit - nein, da hieß es, kauft euch doch das S3, das ist günster und tut auch...

Apple bringt ein paar echt neue Features (das erste Smartphone mit Fingerabdruckscanner, das erste mit 64Bit), die noch kein anderes hat und dennoch wird von einem großen Fehlschlag und "Enttäuschung" berichtet. Wie oft kann ein Konzern eigentlich eine ganze Branche umkrempeln oder mit solchen Innovationen kommen, dass neue Produktkategorien gebildet werden? Klar ist das in der Vergangenheit mehrmals vorgekommen, aber zu erwarten, dass das bei jeder Keynote passiert? Und immer wieder das "keine Innovation"-Argument für den Untergang Apples heraufzubeschwören. Ich bitte euch! Bei anderen wird das auch nicht erwartet. Echte Neuerungen bei Microsoft, Samsung  HTC & Co sind auch kaum auszumachen. Klar, da gibt’s OLED-Displays, NFC, USB, MicroSD-Slots, usw. usw. Ist das sinnvoll? Braucht man das alles? Und wo hört Produktpflege auf, wo beginnt die Innovation? Bei Apple ist alles was nicht gleich ein ganzes Marktsegment revolutioniert keine Innovation und auf jeden Fall unsinnig. Bei Samsung und Co werden selbst Stereolautsprecher oder die Änderung der Farbe eines Knopfes als Innovation gesehen? Warum misst man da mit zweierlei Maß?

Und das iPhone 5c ist wohl nicht wirklich für den "Westen" gedacht - so knallbunt gehts doch eher in Asien zu. Ob das ein Erfolg wird, wird sich zeigen. Aber immer gleich den Untergang Apples zu prophezeien, ist schon etwas weit gegriffen. Das passiert mittlerweile jedes mal. Der Untergang Microsofts wurde doch auch nicht erwähnt, als Windows8 vorgestellt wurde, ja nicht mal als das ganze ein riesen Flop war sprach man davon, dass Microsoft sich davon nicht mehr erholen wird, auch der Reinfall mit dem Surface wurde nicht als großes Problem angesehen. Und Innovationen werden von Microsoft scheinbar gar nicht erwartet, nein, wenn da ne Innovation kommt, ist das sogar negativ.

Kann mir mal jemand erklären, was das soll?

Und andauernd zu lesen, dass Apple ja schon kurz vor der Pleite steht, weil die neuen iPhones sich sooo schlecht verkaufen werden ist schon ermüdend. Echt. Apple hat so viel Geld - gewöhnt euch dran, Apple wird wohl länger überdauern. So schnell geht man nicht pleite, wenn man mehr Bargeld hat, als ein kleiner Staat!

Und man sollte das neue Iphone doch im richtigen Kontext sehen: klar, es ist Produktpflege, keine Revolution. Es wird sicher ein Erfolg, ob der so gut wird, wie der vom ersten iPhone ist sicherlich fraglich. Aber Pleite geht Apple damit sicher nicht.

Nachtrag: ich hab mit Absicht hier keine Links zu den genannten Artikeln eingefügt, ist aber nicht schwer da was passendes zu finden. Ich will ja keine Werbung für diese fragwürdigen Mitglieder der schreibenden Zunft machen.

 

erstellt Stephan Bösebeck (stephan)