Mac Mini 2018

veröffentlicht am : Di, 26. 02. 2019 geändert am: Di, 26. 02. 2019

Kategorie: Computer --> Apple

Schlagworte: Apple MacMini OSX


MacMini2018

Ich bin ja schon einige Zeit eingefleischter Mac User und war immer sehr zufrieden damit. Apple hat es geschafft, eine Kombination aus Betriebssystem und Hardware zu liefern, die stabil, sicher und (selbst von Nicht-Itlern) leicht zu bedienen ist und doch auch für PowerUser genug optionen bietet.

(ich habe an anderer Stelle schon von meinem Umstieg berichtet https://boesebeck.name/v/2013/4/19/meine_it_geschichte)

Mein iMac mit dem ich Jahr und Tag gearbeitet habe (seit Anfang 2011) hat sich leider spektakulär (für Mac Verhältnisse) verabschiedet: es machte leise "zing" und er war aus und wollte partout nicht mehr an gehen. Kaputt beyond repair... :frown:

Also musste was neues her. Apple hat beim letzten Hardwareevent Ende 2018 es leider "versäumt" den iMacs aktuellere Hardware zu verpassen. Da werkelt immer noch ein 2 Jahre alter Prozessor rum. Also nicht wirklich aktuell, dafür aber echt teuer!

Die Preispolitik von Apple ist durchaus fraglich. Die Hardware wurde durchweg deutlich teurer, wie man auch bei den neuen iPhones sehen kann. Bei MacBooks sieht es nicht anders aus. Die Kosten sind wirklich unverschämt...

In diesem Zusammenhang ist der neue MacMini wirklich eine ernst zu nehmende Alternative. Der Winzling war ja schon immer der "Einstiegsmac" und von den Kosten her am günstigsten. Allerdings muss man halt selbst Tastatur, Maus und Monitor haben.

Und jetzt hat der Mini Mac doch noch mal ein wenig "Liebe" von Apple bekommen und ein durchaus ansehnliches Update erfahren. Mit aktueller CPU und einer Menge an sinnvollen und schnellen Anschlüssen (4x Thunderbolt-3, 2x USB-A 3.0, HDMI) ist das eigentlich DER Desktop Mac für Leute die ein wenig Power haben wollen.

Klar, wenn ich jetzt noch ein ähnlich gutes und vor allem farbechtes Display wie das im iMac verbaute, erst kaufen muss, wird die Sache dann doch etwas unangenehmer.

Was vor allem Leute wie mich anfangs vom MacMini abgeschreckt hat ist das Fehlen einer dedizierten Grafikkarte. Im MacMini ist eine "on board" GPU von Intel drin, die den Namen nicht wirklich verdient.

Das war auch bisher für mich das Problem bei dem MacMini - ich habe den ein paar mal als Server eingesetzt und zum automatischen lokalen Backup der Fotos-Mediathek. Aber sinnvoll damit arbeiten war nur bedingt möglich. Sobald es an Grafik ging, war die Power dahin.

Mit Thunderbolt-3 kann man das Problem aber endlich lösen. Man kann eine sogenannte eGPU, also externe Grafikkarte, anschließen. Da denkt man sich, wie kann das gehen. So eine Interne Grafikkarte müsste doch eigentlich deutlich schneller sein.

Das ist aber nicht wirklich so. Thunderbolt-3 bietet bis zu 40GBit/s Übertragungsrate an und aktuelle Grafikkarten auf PCI-Express benötigen (bei 16x) ca. 32GBit/s! Das klingt doch vielversprechend!

Und so ist es auch. Ich habe mir dann als Ersatz für den iMac einen MacMini nebst eGPU gekauft und bin wirklich überrascht, wie viel Power der Kleine bringt. Durch die ganzen Kabel ist der Schreibtisch zwar bei Weitem nicht mehr so aufgeräumt, wie früher (falls er das jemals war emoji people:smirk), aber man kann viel mehr Geräte anstecken. Und das beste: die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wenn es ein Update des MacMini gibt, es weiterhin Thunderbolt-3 (oder dann 4,5??) geben wird und man seine ganzen Geräte weiter nutzen kann. Heureka!

Performance-Vergleich

Natürlich kann mein 8 Jahre alter iMac nicht mit dem aktuellen MacMini mithalten, der Vergleich wäre gemein. Allerdings muss ich sagen, dass der 2011 iMac von der Grafikleistung her schon deutlich besser war als der MacMini allein. Also, zum Zocken kann man den Mini so wirklich nicht gebrauchen.

Die verbaute Festplatte ist natürlich eine SSD, leider eingelötet und kann nicht getauscht werden. Aber die ist wirklich flott und bringt gut und gerne mal 2000MB/s lesen / schreiben.

Wenn ich mir den GeekBench von dem Mini ansehe, kommt man beim SingleCore Benchmark auf einen ähnlichen Wert wie der akutelle iMac Pro mit dem Xeon Prozessor. Also das kann sich sehen lassen. Allerdings kann der Mini natürlich im MultiCore Benchmark nicht mithalten. Da fehlen dann doch einige Cores.

Ich habe auch den Vergleich mit externer Grafikkarte. Mit einer Vega64 in einem externen Gehäuse bin ich mit meinem MacMini im Unigine Benchmark in etwa genauso schnell wie ein iMac Pro mit gleicher Grafikkarte (je nach test auch mal etwas schneller, könnten aber auch Messungenauigkeiten sein).

Kosten

Und jetzt kommt der spannende Teil: in wie weit ist der Mini denn jetzt günstiger, als z.B. ein gut ausgestatteter iMac 27"?

Die Rechnung ist relativ simpel, gehen wir mal davon aus, dass wir einen mit einem iMac vergleichbaren Mini zusammenbauen wollten, dann müssen wir schon auf den i7 Prozessor gehen. SSD Speicherplatz ist vermutlich mit 128GB in der Standardkonfiguration zu wenig, ich würde schon auf 512GB gehen (und den Speicherplatz extern über Thunderbolt-3 erweitern. So eine Samsung X5 ist über Thunderbolt sogar schneller als die interne SSD).

RAM würde ich auf 8GB lassen und selbst erweitern. So kosten einen 32 GB ca. 300€ - bei Apple gute 700!

Für den Vergleich ist das RAM aber eh unwichtig, das würde ich beim iMac ganz genauso machen. Also, wenn ich mal ca. 400€ für das eGPU-Gehäuse rechne, dazu eine Vega64 mit auch ca. 400€ (je nach Händler, kann man evtl. auch günstiger bekommen), den MacMini mit einem Grundbreis von 1489,- € einrechne. Dann noch 250€ für den Monitor (LG 4k - funktioniert super), und noch 100€ für Kleinkram wie Maus und Tastatur, dann komme ich auf ca. 2539€. +/- 200€

Der vergleichbare iMac kostet 2839,-€ - ist allerdings langsamer als der Mini! Mit einer Vega64 und auch von der CPU her wäre der Mini eher vergleichbar mit dem Basismodell des iMac Pro, und das kostet ja 5499,-€ (und hat ne "schlechtere" Grafikkarte!).

Fazit

Der neue MacMini ist eindeutig eine Überlegung wert. von der Kostenseite her betrachtet ist das ein gutes Angebot (auch wenn vergleichbare PCs immer noch billiger sind - wenn auch nicht günstiger emoji people:smirk). Der größte Nachteil des Mini Mac ist eigentlich, dass der Schreibtisch mehr Kabel zeigt als mit dem iMac...

Ich habe meinen Mini jetzt schon ein paar Wochen und kann den Kauf nur empfehlen!

erstellt Stephan Bösebeck (stephan)