ErgoDox EZ auf Deutsch am Mac

veröffentlicht am : Fr, 22. 05. 2015 geändert am: Di, 16. 05. 2017

Kategorie: Computer

Schlagworte: ergodox ergodox-ez keyboard


Ja, ich gebe zu, ich habe die Indiegogo-kampagne von ErgoDox-EZ mitverfolgt und bin schon ziemlich früh schwach geworden. Seit gut 3 Tagen bin ich nun stolzer Besitzer einer ErgoDox-EZ-Tastatur. Details zum ErgoDox-EZ findet man z.B. hier.

Dummerweise wurde die Tastatur für den englischsprachigen Raum entwickelt und hat so ihre Probleme mit Internationalen Layouts. Und deswegen eben auch mit dem deutschen – die Umlaute waren zum Teil irgendwo über die Tastatur verteilt, dass ein flüssiges Tippen auf Deutsch eher schwierig war.

Allerdings kann man das ja einfach beheben, indem man sich sein eigenes Layout macht. Das war erstaunlicherweise dann doch nicht so einfach, da ich auch noch ein paar andere Dinge verbessern wollte:

  • die Umlaute lagen zum Teil in der untersten Tastenreihe, weit von dem normalen QWERTZ-Platz entfernt. Die sollten zu ihrem angestammten Platz zurück.
  • es war für mich insbesondere ungünstig, dass die Leertaste nur noch auf der linken Seite zu finden war, da ich immer mal wieder beide Daumen zum Tippen der Leertaste nutze.
  • die CMD-Tasten lagen etwas ungünstig unten im linken Daumenblock, bei der OSX-Variante der Firmware wurde einfach das Ä durch CMD ersetzt, was natürlich nicht wirklich hilfreich war
  • die ALT-Tasten lagen genauso ungünstig
  • die Idee der verschiedenen „Layer“ fand ich cool, nur sind bei der default eingerichteten „Symbol“ oder „Code“ genannten Layer, die Tastencodes mal wieder für das englische Layout ausgelegt, weshalb sie in ca. 70% der Fälle Unsinn geliefert haben und die restlichen 30% waren schlicht an der falschen Position

Also, das Ding ist doch so toll programmierbar, dann mal her damit. Wie geht das?

Naja… wieder ein kleiner Rückschlag, ist alles etwas schwer zu finden. Dank Erez Zukerman (der Initiator der Indiegogo Kampagne) und seinen schnellen Antworten auf meine Anfragen, hat es nicht lange gedauert, einen Einstieg zu finden. Jetzt stellt auch das kompilieren eigener Firmwares kein Problem mehr da.

Disclaimer: Ich beschreibe hier, was für mich funktioniert hat, und was ich rausgefunden habe. Das hat weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch wird es für jeden passen. Irrtümer sind natürlich auch Vorbehalten. Nutzung der hier beschriebenen Tipps nur auf eigene Gefahr und Verantwortung! Lest euch bitte auch weiter in das Thema ein!

DE-Layout für Ergodox-EZ auf dem Mac

Ich habe mal versucht, die oben beschriebenen Probleme einigermassen zu lösen und habe einen ersten Entwurf für so ein Layout hochgeladen. Man kann es hier runterladen und ausprobieren.

Und so sieht das ganze im Überblick aus:

Es gibt dabei ein paar Besonderheiten, die ich hier mal kurz ansprechen möchte:

  • Es gibt insgesamt 4 Layer, die Standardlayer (normale Tasten), die Symbollayer (mit allen möglichen Klammern und Sonderzeichen, die beim Programmieren z.B. ganz nützlich sind), die Media-Layer (über die kann man z.B. den Mauscursor steuern und Play/Pause etc), und zu guter Letzt noch einen 10er-Block! Eigentlich kommt dazu noch die „Cursor“-Layer, aber bei der sind nur „unten rechts“ einige Tasten zu Cursor-Tasten umgestellt, womit man einen mehr oder minder „normalen“ cursor-block hinbekommt – allerdings fehlen dann auch einige Sonderzeichen (-+#)
  • Es wurden alle Umlaute auf ihren Standardplatz gelegt, deswegen mussten aber z.B. einige Sonderzeichen in die letzte Tastenreihe wandern (z.B. #)
  • die CMD- und ALT-Taten liegen jetzt in der Mitte jeder Seite. Auch wurden die oberen Cursor-Tasten des Default-Layout zu CTRL-Tasten umgebaut. So sind CTRL, CMD, ALT direkt untereinander.
  • Space gibt es auf beiden Seiten
  • die Tab und ESC-Tasten sind an ihrem normalen Platz
  • einige Tasten sind mehrmals im Layout definiert. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist es manchmal eben sinnvoller, CTRL mit der linken Hand zu tippen, manchmal eben sinnvoller mit der rechten. Das gilt auch für so einige andere Tasten und ist im Kontext zu sehen. Und zum anderen hat das ErgoDox-EZ-Keyboard einfach zu viele Tasten, ich wusste einfach nicht, was ich noch belegen sollte 😉

Wie schon erwähnt, ist es das Layout welches für mich gerade ganz gut funktioniert. Vielleicht habt ihr ja noch Ideen, was man verbessern kann. Oder jemand nimmt sich dieser Version an und erzeugt eine noch bessere… Der Anfang ist gemacht…

Anfängeranleitung für ErgoDox-EZ auf dem Mac

Apropos Anfang… eine gute und kurze Anleitung, wie ich das ErgoDox-EZ keyboard auf dem Mac nutze bzw. die Firmware anpassen kann, habe ich bisher nicht gefunden. Auf englisch entsteht hier gerade ein neues Wiki zu dem Thema. Grundsätzlich sind aber nur wenige Schritte nötig, um alles für das Erstellen und Hochladen (d.h. in die Tastatur laden bzw. flashen) eines eigenen Layout bereit zu haben. Zunächst ein paar kleine Erklärungen.

ErgoDox und ErgoDox-EZ

Das ErgoDox geht auf einen User namens Dox zurück, der ein OpenSource Layout für eine optimale ergonomische Tastatur ins Leben gerufen hat. Das wurde in so einigen Foren diskutiert und raus kam eben das ErgoDox-Keyboard. Das ErgoDox keyboard gibt es schon eine ganze Weile auf Massdrop.com, allerdings war es bisher nötig, das opensource keyboard selbst zu bauen. Das bedeutet, eine Menge löten, ICs einbauen, Gehäuse bauen, Einzelteile kaufen etc. Und wenn man bei dem komplexen und aufwendigen Prozess einen Fehler macht, hat man zwar ne schöne Tastatur, die aber leider nicht wirklich funktioniert.

Da kommt Erez Zukerman ins Spiel – mit seinem Indiegogo Project „ErgoDox-EZ“ hat er sich dem „Problem“ angenommen und aus der Opensource-Beschreibung für ein selbstbau-keyboard ein Produkt gemacht, welches jeder kaufen kann. Inklusive Garantie, Support etc. Dennoch bleibt alles Opensource, auch die Dinge, die jetzt speziell für die ErgoDox-EZ erstellt wurden (wie custom firmware etc).

massdrop

Auf massdrop.com wurde die erste Version des ErgoDox keyboard realisiert. Man konnte da die Einzelteile kaufen. Dort gibt es auch den Konfigurator mit dem man direkt .hex-files erzeugen kann. Allerdings hatte der so einige Unzulänglichkeiten (bzw. ich hab nicht rausgefunden, wie man denn einen long type oder so macht), weshalb ich den „zu Fuß“-Weg gegangen bin.

Für einfache Layouts ist der Konfigurator von Massdrop sicherlich der einfachste Weg um an ein eigenes .hex-File zu kommen.

Teensy

Das ist die Hardware des ErgoDox und somit auch des ErgoDox-EZ läuft. Wirklich wichtig ist das eigentlich nur, wenn man mal was anderes als die Standard-Firmware installieren möchte.

Aber auch das einfache Ändern des Layout erfordert es, dass man eine neue Firmware einspielt. Das kann man auf dem Mac mit dem Tool Teensy Loader (gibt es hier) erledigen. Das lädt die Firmware auf die Tastatur.

QMK Firmware

Das ist die Standard-Firmware auf dem ErgoDox. Wenn ich das so sage, gibt es wohl auch noch andere. Und genau so ist es. Es gibt so einige Projekte auf GitHub zu dem Thema. Aber ich habe mich damit nicht ausführlich beschäftigt, bleibe beim „Original“.

.hex-Files

Die Firmware wird in .hex-files gespeichert, die dann mit dem Teensy Loader hochgeladen bzw. in die Tastatur gespielt werden kann. Nur diese .hex-Files sind nötig, alles andere (.obj, .sym etc) welche beim compilieren der Firmware noch so entstehen, sind nicht nötig.

Installieren einer neuen Firmware

Das ist zunächst mal recht einfach – wenn man schon eine Firmware-Datei im richtigen Format hat (.hex-File). Diese kann man vom offiziellen Repository hier herunterladen. Das ist das Firmware Projekt für die QMK-Firmware – dort gibt es auch ein Unterverzeichnis keyboard/ergodox-ez/keymaps in dem sich auch einige .hex-files befinden. Meine Variante des OSX-Layouts liegt hier

Die Installation ist dann recht einfach:

  1. Herunterladen der .hex datei (oder mit make erstellen – siehe unten)
  2. öffnen der TeensyLoader-App (siehe oben – Teensy). Dann sollte man die Tastatur in den Programmiermodus bringen, d.h. mit einer Büroklammer oben rechts den Schalter betätigen (durch ein kleines Loch im Gehäuse)
  3. Öffnen des .hex-Files (erstes Icon von links – sieht aus wie ein Document)
  4. zum laden der neuen Firmware auf die Tastatur dann den 2. Button von links drücken – der geschwungene Pfeil. Es erscheint eine Prozentanzeige, während die Firmware hochgeladen wird
  5. klicken auf den Reboot-Knopf (kleiner Pfeil nach rechts, 3. Icon von links)

Danach ist die neue Firmware installiert und man sollte Änderungen erkennen. Manchmal hat es bei mir da „Aussetzer“ gegeben, z.B. das die Tastatur gar nicht mehr reagiert hat, oder in einem Layer „hängen“ geblieben ist – usb-kabel abstecken, ein paar Sekunden warten und wieder anstopsteln. Dann klappt alles normalerweise – Also keine Panik!

Firmware selbst erstellen

um das zu tun sind einige kleine Vorbereitungen nötig. Wie gesagt, ich behandele hier nur MacOSX – auf linux oder Windows habe ich das ganze nicht probiert.

Ihr solltet euch brew.sh installieren, das macht die Installation von Unix-Software unter OSX sehr einfach und ist in diesem Fall leider nötig. Man muss einen sog. Cross-Compiler installieren. Also ein Compiler, der nicht für die Hardware compiliert, auf der er gerade läuft, sondern für eine andere – in unserem Fall eben für einen Teensy 2 Microcontroller.

Das geht mit folgenden Zeilen:

brew tap osx-cross/avr
brew install avr-libc

danach solltet ihr das projekt auschecken, steht auf github, geht aber auch recht einfach:

git clone https://github.com/jackhumbert/qmk_firmware.git

wechselt dann in das Verzeichnis qmk_firmware/keyboards/ergodox_ez. wenn ihr dort make ausführt, sollte das default layout als firmware dort im verzeichnis erstellt werden. Ihr werdet dort dann ein ergodox_ez.hex file finden.

falls das nicht geklappt hat, schaut euch die Fehlermeldung genau an, evtl. müssen noch dinge nachinstalliert werden.

Wollt ihr ein anderes layout als das Default-Layout erzeugen, schreibt den Namen von dem Layout in eine Umgebungsvariable:

export KEYMAP=osx_de

dann wird eben dieses Layout erzeugt (sofern es das C-File mit dem passenden Namen im Verzeichnis keymaps gibt).

Wollt ihr das layout verändern, könnt hr das im zugehörigen C-File erledigen. in dem obigen Fall würde das File keymap_osx_de.c heißen. Ihr könnt das file aber auch einfach umkopieren und eure eigene Version erstellen.

Falls ihr nur eine bestimmte Tastenbelegung ändern wollt, benutzt einfach ein bestehendes file und ändert die Tastaturbelegungen entsprechend ab. Dann kompilieren und hochladen. Sollte kein Problem sein.

Wenn ihr weiterführende Informationen dazu benötigt, was man da alles in den C-Files so anstellen kann, schaut euch bitte die Doku im Projekt genauer an.

Wenn man sein Layout dann fertig gebaut hat, das C-File also mal ins Keyboard hochladen will, muss man in dem Verzeichnis keyboards/ergodox-ez nur noch das Kommando make ausführen. Wenn alles gut läuft, endet man mit einem file namens ergodox_ez.hex in diesem Verzeichnis. Das ist dann eure Firmware.

Ich hoffe, das hat euch ein wenig weitergeholfen!

Features des ErgoDox-EZ – „Layout Programmierung!

Jetzt sollten wir alles wissen, um eine neue Firmware zu flashen. Werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf die Dinge, die man mit so einer eigenen Firmware tun kann und wie man sie genau erstellt. Ich habe das mal „Layout Programmierung“ genannt, obwohl es nicht wirklich Programmieren ist, aber auch etwas mehr als nur eine einfache Layoutdefinition. Erfahrung mit C-Programmen (oder etwas ähnlichem) ist sicher hilfreich, aber nicht nötig. Um ein Layout zu erstellen, ist keine echte Programmierung nötig, man muss sich also nicht mit Schleifen, bedingten Codeblöcken oder so was rumschlagen. Allerdings sollte man einige Dinge schon wissen…

Keycodes

Zunächst mal zu den Hintergründen. Jede Taste kann so programmiert werden, dass sie jeden Keycode an das OS sendet, den so eine Tastatur haben kann. Genau genommen kann die ErgoDox-EZ auch Maus Aktionen an das OS senden, das lassen wir aber nun mal der Einfachheit halber beiseite.

Man kann also jede Taste umprogrammieren, dass sie irgendwas sendet. So könnte man sich ein Layout erstellen, das sich komplett vom standard QWERTZ-Layout unterscheidet. Beispiele dafür gibt es viele, DVORAK, NEO oder ADNW. Man könnte sich auch ein bestimmtes Layout bauen, um mit einer speziellen Software umzugehen. Das könnte eine CAD-Software sein, oder ein Spiel. Also irgendwas, wo man weniger tippt, stattdessen mehr hotkeys nutzt. Da könnte es dann schon sinnvoll sein, dass die großen Tasten für die Daumen z.B. CMD-C/V senden anstelle von Space/Backspace.

Bei der QMK-Firmware wird für jedes Layout ein dazugehöriges C-File benötigt (siehe oben). In diesem C-File wird das layout als Array von 64bit Integer Werten gespeichert. Innerhalb dieses Array bestimmt der Index quasi die Taste, der Wert bestimmt, was die Taste tut.

Stellt euch einfach vor, die Tasten wären von links oben nach rechts unten nummeriert, jede Tastaturhälfte für sich. Bei meinem Layout für DE ist also der erste Eintrag KC_ESC.

Alle „raw“ Keycodes haben den Präfix KC_, es gibt auch internationale Definitionen für Keycodes, mit entsprechenden Präfixen (z.B. DE_), aber in meinem Fall waren die nicht wirklich brauchbar, weil sie für Windows ausgelegt waren. Das ist aber nicht wirklich schlimm, da man ja weiß, was man auf einer „normalen“ Tastatur tippen würde, erfordert aber teilweise etwas „Um-Die-Ecke-Denken“. So in etwa: „welche Taste müsste ich auf einer Tastatur mit englischen Beschriftungen drücken, damit im Deutschen Layout ein ‚ erscheint?“

Die Definition eines layout muss immer vollständig sein, d.h. für alle Tasten etwas definieren.

Kann einem ganz schon das Hirn verdrehen, wenn man zu häufig drüber nachdenkt…

Layers

In dem C-File kann man aber nicht nur ein solches Layout definieren. Die Datenstruktur ist eigentlich ein Array von Arrays. Jedes der letzteren enthält eine Definition für ein layout. Wenn man also zwischen den Layouts hin und her wechselt, kann man das komplette layout der Tastatur ändern. (Einzige Ausnahme, die Taste, mit der der Wechsel zwischen den Layers angestoßen wurde, s.u.).

Es gibt einen speziellen Keycode, namens KC_TRNS. Dieser ist kein echter keycode, aber er teilt der Firmware mit „Wenn diese Taste in diesem Layer gedrückt wird, benutze den Keycode von der Layer darunter„. Das geht natürlich nicht für das erste definierte layout. Das ist das sog. Baselayer und muss für alle Tasten eine Definition bieten. Auf irgenwas muss dieses darunter sich ja beziehen können.

Wenn man die Tastatur startet, landet man immer im Baselayer, Layer 0. Wenn man eine der Tasten für einen Layerswitch betätigt und somit die Layer wechselt, dann bedeutet KC_TRNS eben, dass man für diese Taste die Layer nutzt, die davor aktiv war.

Aber um die Sache noch etwas komplexer zu machen, kann man diese Layerumschaltungen auch noch stapeln. D.h. ein Layerswitch fügt einfach eine Layer auf den Stapel hinzu. Fallback geht dann eben so weit im Stapel nach unten, bis ein brauchbarer Keycode gefunden wurde – im Zweifel halt Layer 0.

Das braucht man, wenn man ein ähnliches Verhalten realisieren will wie mit Alt und Shift. Alt stellt auch schon ein komplett neues layout dar. Genau genommen gilt das gleiche für shift. Aber wenn man beide drückt, kommt eine völlig neue Tastaturdefinition raus. Jetzt stellt euch vor, dass man die Tasten nicht gleichzeitig, sondern nacheinander drückt. Und dann quasi in einem neuen Tastaturlayout ist.

Mit diesen Informationen kann man schon recht viel anfangen, man kann damit sein eigenes einfaches Layout implementieren. Allerdings fehlen da noch einige der coolen features des ErgoDox, z.B. long type und Ähnliches.

Aber bis hier hin kann das auch der Massdrop-Konfigurator, wenn ich das richtig in Erinnerung habe…

Spezielle Tastenbehandlungen

Es gibt aber noch mehr, was man machen kann:

  • man kann nicht nur einen einfach keycode senden. Man kann auch eine kombination aus KeyCode mit einem Modifier (wie Shift, Alt, CMD, Ctrl) benutzen. Das kann man z.B. damit erreichen, indem man den keycode als Funktionsaufruf mit dem eigenltichen Keycode als Parameter nutzt. Z.B. würde LSFT(KC_7) den Keycode für Shift-7 senden, was normalerweise einem / entspricht.
  • Man kann natürlich anstelle eines Normlen Keycodes einen Layerswitch beim druck auf eine bestimmte Taste benutzen. In dem De-Layout wird das für die „Tab“-Taste verwendet. Damit wechstelt man zur cursor layer und zurück. Achtung: wenn man von der gewählten Layer auch wieder „zurück“ will, muss die Tasten mit der man in eine bestimmte Layer wechstelt dort den Keycode KC_TRNS haben! Will man einen Toggle zwischen der actuellen und einer anderen Layer definieren, nutzt man einfach die Funktion TG(). Beispielsweise würde TG(3) in die layer unter index 3 wechseln. Da die Baselayer immer index 0 hat, wäre das also die 4. Layer.
  • man kann tasten auch so definieren, dass sie sich unterschiedlich verhalten, je nachdem, ob sie lange gedrückt (also gehalten) oder nur kurz getippt werden. Das macht besonders bei Modifiern sinn. So kann man den hyper Keycode gesendet bekommen (also CMD-ALT-SIFT-CTRL gleichzeitig) wenn man die Taste lange drückt und hält, aber beim kurzen Tippen kommt nur ein #. Die realisierung funktioniert auf verscheiedene arten. Man kann z.B. die Funktion LT() nutzen. Diese bekommt 2 Parameter. Zunächst die Layer auf die gewechselt werden soll wenn man die Taste hält, als 2. den Keycode, der bei normalem Tippen gesendet werden sollte. Viele Tasten haben aber auch noch eine Funktion die genauso heißt, wie ihr keycode, jedoch mit einem Suffix _T. Beispeilsweise bedeutet CTL_T() dass die TAste CTRL gedrückt wird, wenn lange gedrückt wird, allerdings der Keycode in den Klammern, wenn man tippt. Das osx_de layout nutzt das für die Y und Minus- Taste.

Damit kann man schon recht gut ein layout definieren. Hier mal ein Auszug aus dem osx_de-Layout – die Baselayer:

KEYMAP(  // layer 0 : default
    // left hand
    KC_ESC,                  KC_1,         KC_2,   KC_3,   KC_4,   KC_5,   KC_LCTL,
    KC_TAB,                  KC_Q,         KC_W,   KC_E,   KC_R,   KC_T,   KC_LGUI,
    TG(3),                   KC_A,         KC_S,   KC_D,   KC_F,   KC_G,
    KC_LSFT,                 CTL_T(KC_Z),  KC_X,   KC_C,   KC_V,   KC_B,   KC_LALT,
    LT(SYMB,KC_GRV),         DE_LESS,      LALT(KC_LSFT),  KC_LEFT,KC_RGHT,
                                           TG(2),  MEH_T(LSFT(DE_ACUT)),
                                                          KC_HOME,
                                           KC_SPC,KC_BSPC,KC_END,
    // right hand
         KC_RCTL,     KC_6,   KC_7,   KC_8,   KC_9,   KC_0,             KC_MINS,
         KC_RGUI,     KC_Y,   KC_U,   KC_I,   KC_O,   KC_P,             DE_UE,
                      KC_H,   KC_J,   KC_K,   KC_L,   KC_SCLN,LT(MDIA,DE_AE),
         KC_RALT,KC_N,   KC_M,   KC_COMM,KC_DOT, CTL_T(KC_SLSH),   KC_RSFT,
                              KC_UP,  KC_DOWN,LGUI(KC_LSFT),KC_RBRC,          LT(SYMB,KC_BSLS),
         ALL_T(DE_ACUT),        TG(4),
         KC_PGUP,
         KC_PGDN,KC_ENT, KC_SPC
),

Eine weiter Sache sollte man noch bedenken. Wenn man mehr als sagen wir zwei verschiedene Layers hat, ist es vielleicht sinnvoll, den Nutzer darüber zu informieren, in welcher Layer er sich gerade „befindet“. Um das zu tun, gibt es die Funktion matrix_scan_user in dem C-File für die Keymaps. Dort kann code abhängig von der aktuellen Layer ausgeführt werden. In unserem Fall wwerden wir nur die LEDs steuern:

void * matrix_scan_user(void) {

  uint8_t layer = biton32(layer_state);

  ergodox_board_led_off();
  ergodox_right_led_1_off();
  ergodox_right_led_2_off();
  ergodox_right_led_3_off();
  switch (layer) {
    // TODO: Make this relevant to the ErgoDox EZ.
    case 1:
        ergodox_right_led_1_on();
        break;
    case 2:
        ergodox_right_led_2_on();
        break;
    case 3:
        ergodox_right_led_3_on();
        break;
    case 4:
        ergodox_right_led_1_on();
        ergodox_right_led_3_on();
        break;
    default:
        // none
        break;
  }

};

Das sollte ja einigermassen selbsterklärend sein. Jedes case statement steht dabei für eine Layer. Für Layer 0 (die Baselayer) ist hier nichts aufgelistet, weshalb sie auf den „default“-Fall zurückfällt – alle LED aus!

Diese funktion wird regelmäßig aufgerufen, kann also noch mehr dinge tun. Allerdings sollte man da auch echt c programmieren können.

Das waren die Features, die ich zum definieren meines osx_de-Layout benötigt habe. Es gibt noch mehr, das evtl buy tamiflu. ganz sinnvoll ist (wie die gestapelten Layers), aber momentan läuft es ganz gut mit dem ErgoDox-EZ. Ich werde weiter an Verbesserungen arbeiten und die natürlich der Community zur Verfügung stellen. Aber falls Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen habt, immer her damit…

Es gibt im Übrigen auch noch die Möglichkeit, Makros zu definieren und bei einem bestimmten Tastendruck abzuspielen. Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt, kommt aber sicher als Nächstes irgendwann mal.

ErgoDox-EZ – Kaufempfehlung?

Schwer zu sagen, ehrlich gesagt. Ich finde es hat sich gelohnt, allerdings nutze ich das Keyboard auch erst ein paar Tage… Bei der Tastatur „Razer Blackwidow“ hat sich die anfängliche Begeisterung dann doch schnell relativiert. Im Moment, da ich diesen Text hier tippe kann ich nur sagen, die Tastatur fühlt sich wertig an, die Switches (obwohl keine Cherry) fühlen sich auch gut an, die Rückmeldung ist gut… Was auch klar sein sollte, ist, dass die mechanischen Switches natürlich neben dem taktilen auch ein audibles Feedback geben. Will sagen: die Tastatur ist laut – allerdings empfinde ich diesen „Lärm“ als äußerst motivierend und angenehm. Jeder muss aber für sich entscheiden, wie das ganze passt. Es gibt ja auch noch andere Switches als die Pendants zu den Cherry-Blue.

Um den Lärmpegel etwas kleiner zu halten, habe ich noch Dampener (Dämpfungsringe – kleine Gummiringe, die man an den Tasten anbringt – das reduziert den Lärm beim „durchtippen“ deutlich) installiert, um das ganze im Rahmen zu halten.

Für mich scheint das ErgoDox Keyboard wirklich einen guten Sprung in Richtung „Perfektes Keyboard“ gemacht zu haben, obwohl auch so einige Dinge fehlen, bzw. verbessert werden könnten (z.B. LED beleuchtung, bessere Unterstützung internationaler Layouts etc). Ich werde hier berichten, wie das mit der Tastatur weiter geht. Im Moment kann ich nichts weiter sagen, als dass es wirklich spass macht, damit zu tippen. Außerdem werden die Handgelenke und Ellenbogen sehr entlastet, was einem schon zu gute kommt, wenn man längere Zeit tippen muss. Das macht mir die Arbeit schon um einiges leichter und ist für mich einer der Hauptgründe, ein ergonomisches Keyboard zu benutzen.

Außerdem muss ich mir dann noch eine Layer einbauen, die ein ADNW-Layout realisiert – aber das ist ein ganz anderes Kapitel….

Update nach einer Woche

Ich nutze die Tastatur jetzt ca. eine Woche, und bin wirklich sehr zufrieden. Auch die „Firma“ hinter ErgoDox-EZ arbeitet sehr seriös. Ich hatte bisher nur guten Kontakt mit denen und im Moment geht es sogar um einen kleinen Produktionsfehler, der geklärt werden muss. Kann ich nur sagen – toll, das pro-active Handeln von Erez und seinem Team sucht seines Gleichen. Kann ich echt nicht besser sagen…

Aber das ist ja nur „Nebensache“ – Wirklich toll ist die Tastatur selbst. Funktioniert tadellos, mit meinem eigenen Layout, dass ich so anpassen kann, wie ich es brauche. Und da das ganze in der Tastatur gespeichert ist, habe ich auch nicht das Problem, auf neuen Rechnern was nachinstallieren zu müssen. Insbesondere Beim Wechsel zw. Arbeit und Homeoffice ist das sinnvoll. Da ist im Übrigen auch der USB-Connector sehr praktisch – Das kabel bleibt am Computer angesteckt, aber die Tastatur nehme ich mit! Super!

Das wichtigste bei einer solchen Tastatur ist aber das Tippgefühl: das ist wirklich super. Ich kann nichts anderes sagen, die Tastatur ist wertig, super verarbeitet und kann an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. das Ergonomische Layout macht ermüdungsarmes Tipping möglich und hilft leuten, die Probleme mit Handgelenken und/oder Ellenbogen haben, entspannter zu arbeiten.

Bis jetzt also ein Daumen hoch!

kleines Update nach ein paar Wochen

Ich hab mich wirklich schnell an die ErgoDox-Tastatur gewöhnt. Funktioniert alles super. Das Tippen geht sehr entspannt von der Hand – im wahrsten Sinne.

Allerdings musste ich mein Layout noch mal nachbessern. Die Idee mit dem Space auf beiden Seiten des Keyboard hat nicht gefruchtet. Ich habe auf der Linken Seite nun wieder Backspace und Delete gepackt. Funktioniert besser, denn mir fehlte insbesonderer Delete des Öfteren.

Die oberen Ctrl-Tasten habe ich auch durch was sinnvolleres ersetzt. Im Moment ist da CMD-C/V – mal sehen ob das so bleibt. Evtl. spiele ich da auch mit Makros rum. So recht weiß ich noch nicht, wie ich die Tasten belegen soll

Evtl. wäre auch was anders drin, wie ALT-Space, was hier bei mir Alfred öffnet.

Aber das muss ich mal überlegen. Momentan ist das Tippen zumindest echt gut.

Ich werde vermutlich auch noch mal an die Symbollayer ran, denn da liegen doch so einige Tasten, die ich des öfteren brauche, an der falschen, sprich einer ungünstigen Position.

Stay tuned….

noch ein Update

Jetzt sind wir schon einen Monat in 2016 und natürlich war ich auch was das Ergodox-Keyboard betrifft nicht untätig. Ich habe meine Firmware noch weiter aktualisiert, ein paar Tasten hierhin und dorthin verschoben. Die Geschichte der Änderungen kann man auf github einsehen hier. so ist es jetzt für mich ganz gut, auch wenn einige dinge noch gefehlt haben:

Die Smiley Layer

Ich hab ein wenig mit den Macros rumgespielt und habe mir eine Layer gebaut, die mir beim tippen von smileys hilft. Jetzt kann man mit der Taste ganz rechts unten auf der linken Hälfte der Tastatur in diese Layer wechseln. Dann kann man auf der rechten Hälfte einfach die Smileys tippen. Einfach ausprobieren, sind erst mal nur wenige, aber die sollten reichen. Alle über Zeige und Mittelfinger erreichbar

die Egoshooter Layer

Das hat mich wirklich ein wenig geärgert, dass ich da nicht eher dran gedacht hatte. Wir wollten mal wieder eine kleine Office-Runde CS Go spielen, aber ich war nicht wirklich konkorrenzfähig: das coolste / nerdigste Keyboard, aber man kann nicht zocken… geht gar nicht!

Ergo, nun gibt es eine EGo-Shooter-Layer, erreichbar aus der Symbollayer raus, wenn man auf die oberste linke Taste auf der rechten Hälfte tippt. Dann leuchten alle drei LED.

die Änderungen da sind aber relativ überschaubar, musste nur so sein, dass man recht einfach z.B. CS Go spielen kann:

  • Backspace auf der linken Hälfte ist space
  • Del ist CTRL
  • < wird zu ctrl
  • die äußeren Tasten im Daumenblock auf der linken Seite sind nun F1- F4

Damit lässt sich auch ganz gut CS Go spielen, und auch vermutlich die meisten anderen EGO-Shooter.

viel Spass beim zocken!

Update 07.02.2015

Ich hab mal wieder ein wenig an der Firmware rumgebastelt. Dadurch, dass man die Tasten beim ErgoDox ja nicht mehr versetzt angebracht hat, sondern sie wirklich in einer Reihe sind, hatte ich auf der rechten Seite so meine Probleme mit dem tippen und Treffen der Zahlen dort. Ich lag eigentlich immer einen zu weit links. Da mir da eh eine Taste fehlt (z.B. für #), dachte ich mir, ich verschiebe die Tastenreihe ein wenig. Ich habe also die 6 auf die linke Seite geschoben (oberste rechte Taste), dafür fangen die Zahlen nun erst mit der 7 an auf der rechten Seite… Das ist ganz ok, für den Moment, fühlt sich noch ein wenig komisch an, aber irgendwie richtiger als vorher, ehrlich gesagt.

Momentan habe ich ganz oben rechts das Hash # hingelegt… das hat mir die ganze Zeit irgendwie gefehlt, und so kann man auch das ‚ leichter erreichen. Jetzt habe ich noch ein wenig mehr platz.

Das CMD-C / CMD-V in der mitte war ja ganz praktisch, ist aber jetzt irgendwie überflüssig, da nur noch eine Seite belegt ist… das muss ich also mal ändern mit irgendwas sinnvollem. Auch habe ich jetzt sowohl das # als auch das + mehrfach belegt… nicht unbedingt sinnvoll, da muss ich mir auch noch was einfallen lassen..

Das schöne ist, dass man das keyboard mit jeder Iteration an die eigenen Bedürfnisse mehr und mehr anpasst… irgendwann ist es dann optimal. Mal sehen, wann ich da für mich ankommen werde. Bin gespannt…

erstellt Stephan Bösebeck (stephan)